Staatliche Institutionen

Ausbildung

Vahrenholt begann 1968 das Studium der Chemiewissenschaften an der Westfälischen Wilhelms-Universität in Münster . 1969 wurde er in die Studienstiftung des deutschen Volkes aufgenommen, die Vahrenholt bis zu seiner Promotion förderte. Er schloss das Studium 1972 mit dem Diplom ab. Anschließend promovierte er ebenfalls an der Westfälischen Wilhelms-Universität 1974 mit einer Arbeit der theoretischen organischen Chemie. Es folgte ein Forschungsaufenthalt am Max-Planck-Institut für Kohlenforschung in Mülheim an der Ruhr.

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1976 wurde Vahrenholt vom Umweltbundesamt in Berlin eingestellt, um das Referat „Chemische Industrie“ aufzubauen, dessen Leitung er 1977 übernahm. Zu seinen wesentlichen  Tätigkeiten gehörte die wissenschaftliche Zuarbeit für die erste Störfall-Verordnung des Bundes und der ersten Entwürfe des Chemikaliengesetzes, das 1980 verabschiedet wurde.

1981 wurde er von Minister Karl Schneider, Umweltminister im Kabinett Holger Börner, zum Gruppenleiter Umweltverträglichkeit, Luftreinhaltung und Abfallwirtschaft ernannt und später zum Leitenden Ministerialrat befördert[5]. Zu seinen Erfolgen zählten die Einführung bleifreien Benzins in Hessen, einer erfolgreichen Bundesratsinitaitive für die Einführung des Katalysators in Kraftfahrzeugen in Deutschland, die Dioxinbegrenzung für hessische Müllverbrennungsanlagen sowie das Asbestverbot für die öffentliche Hand in Hessen.

Von 1984 bis 1990 war Vahrenholt Staatsrat bei der Umweltbehörde Hamburg. (Smog-VO, Luftreinhalteplan, Sanierung der Norddeutschen Affinerie,S-Bahn-Anschluss des Flughafens,Reduzierung der Genehmigungsverfahren für Industrieanlagen auf 3 Monate)

1990 bis 1991 leitete er die Hamburger Senatskanzlei und koordinierte die Senatssitzungen und die Ressortabstimmung. In dieser Funktion war er auch Teilnehmer der Minsterpräsidentenkonferenz und Vertreter der Länder bei den Verhandlungen zum Einigungsvertrag(Bayern,Hessen,NRW und Hamburg),

Von 1991 bis 1997 war er in Hamburg Senator der Umweltbehörde und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Hamburger Electricitätswerke(HEW).

Er setzte eine Satzungsänderung der HEW durch,wonach die Gesellschaft aus der Kernenergie ausstiegen solle, wenn wirtschaftlich und ökologisch verträgliche Alternativen zur Verfügung stehen werden.

Während seiner dreizehn Jahre beim Hamburger Senat wandte sich die Umweltpolitik der Stadt frühzeitig und proaktiv Fragen des Klimawandels und des operativen Klimaschutzes zu. Schon 1990 lag ein 24-Punkte-Programm „Hamburgs Beitrag zur Verminderung der Klimagefahren“ vor. Substitution fossiler Energieträger, Förderung der „Regenerativen“ und der rationellen Energienutzung waren in den 1990er Jahren erklärte Ziele Vahrenholts. „Es gab frühzeitig eine eigene Photovoltaik-Förderung“, so der ehemalige Bürgermeister Olaf Scholz im Rückblick auf jene Zeit, „mit einer kostenorientierten Einspeisevergütung, als Deutschland von einem EEG nur träumen konnte“.

Vahrenholt setzte auf praxis- und marktfähige Lösungen und auf das Sichern einer umweltpolitischen Steuerung auch und besonders in Zeiten zunehmender Deregulierung:

Zu Vahrenholts vorrangigen Schwerpunkten als Umweltsenator gehörten ein umfangreicher Um- und Ausbau der Stadtentwässerung und der Abfallwirtschaft,der Bau zweier Müllverbrennungsanlagen und der damit verbundene Ausstieg aus der Deponie Schönberg, die Altlastensanierung, zum Beispiel in der Bille-Siedlung,des dioxinbelasteten Standorts Boehringer, des Giftmüllbergs Georgswerder. Durch Umstellung der Genehmigungsbescheide der Industrie und Kraftwerke auf den Stand der Technik kam es zu einer deutlich spürbaren Verbesserung der Luftqualität in Hamburg.  Im März 1997 konstatierte er, dass „Hamburgs Luft durch Sanierung von Großfeuerungsanlagen, Modernisierung von Heizungen und eine strikte, gleichzeitig kooperative Genehmigungs- und Überwachungspolitik gegenüber der Industrie in praktisch allen Parametern wesentlich besser geworden ist.“ Mittlerweile war die Wintersmog-Verordnung mangels Notwendigkeit aufgehoben worden und galt das Problem der Dioxin-Emission aus der modernisierten Müllverbrennung als gelöst.

Durch Anpassung der Einleitungsbescheide für Direkt-und Indirekteinleiter in die Elbe konnte die Gewässergütequalität erheblich verbessert werden, so das an einigen Stellen die Qualität „Badegewässer“ erreicht werden konnte.Die Verzehrverbote für Elbfische konnten aufgehoben werden. Massgeblich war die Schwermetallreduktion nach der Wiedervereinigung in der Oberelbe, besonders allerdings auch die Queckilberverringerung, durch Zuschüsse der Hamburger Umweltbehörde und des Bundesumweltministeriums an eine tschechische Chemiefabrik in Usti ad Labem.

Außerdem wurden während seiner Amtszeit etliche Flächen als Naturschutzgebiete ausgewiesen, darunter 860 Hektar der Kirchwerder Wiesen. Hamburg hatte 1997 mit 6 % der Landesfläche den höchsten Anteil aller Bundesländer an Naturschutzgebieten.

Vahrenholts Standing als Umweltpolitiker und Leiter der zuständigen Fachbehörde beruhte auf seiner Reputation als Wissenschaftler und – in der Diktion der Zeit – „kritischer“ Buchautor (Seveso ist überall, Die Lage der Nation, jeweils mit Koautoren). Demgegenüber war seine Hausmacht in der mittlerweile links dominierten Hamburger SPD begrenzt. Nach dem Rücktritt von Henning Voscherau als Erster Bürgermeister von Hamburg bemühte sich Vahrenholt um dessen Nachfolge, scheiterte aber in der SPD-internen Abstimmung gegen Ortwin Runde.